Vergänglichkeit

 

 

Wie sehr trauern wir manchmal der Vergangenheit nach, obwohl wir wissen, das Vergänglichkeit zu unserem Leben gehört.

Vergänglichkeit ist an sich nichts Schlechtes – bedeutet es doch immer auch einen Neuanfang, auch wenn wir nicht sofort erkennen, in welche Richtung es denn nun weitergeht.

Und dieses Nichtwissen macht uns Angst.

Dieses Nichtwissen lässt uns an Altem festhalten.

Wenn wir trauern, einer Situation nachtrauern können wir davon ausgehen, dass  alles voran Gegangene schön , war eine tolle Erfahrung war. Dann nur macht Vergänglichkeit traurig.

Aber – wenn diese schöne Situation nicht in unser Leben getreten wäre, hätte es vorher auch keine Vergänglichkeit gegeben.

Zum Beispiel an einem Hund. Wenn wir einen Hund bekommen, dann weil vielleicht der vorherige verstorben ist oder wir haben uns einen Hund angeschafft, weil die Lebensumstände sich nun endlich geändert haben. Wir haben z. B. mehr Zeit, so dass wir uns um einen Hund kümmern und endlich mit einem Vierbeiner gemeinsam durchs Leben gehen können.

Also kann Vergänglichkeit auch voller Freude gesehen werden, hier in diesem Fall der Wegfall der täglichen Arbeit, der wir jahrelang nachgehen mussten.

Man kann es drehen und wenden. Ihr sehr, auch hier kommt es auf den Standpunkt, auf den Blickwinkel an, aus der man diesen Punkt betrachtet.

Es gibt Jahreszeiten, Tag und Nacht, hell und dunkel, Kinder, Erwachsene, alte Menschen, Bindung und Trennung, wir kaufen und entsorgen. Vergänglichkeit begleitet uns jeden Tag, jedes Jahr, ein ganzes Leben lang.

Meine Gedanken gehen heute auf dieses Wort „Vergänglichkeit“ ein, weil das Wort eigentlich, so meine ich, eine negative Bedeutung in unserer Gesellschaft hat. Und darüber will hier meinen Standpunkt niederschreiben.

Selbst unser eigenes Leben wird durch das Wissen unserer Vergänglichkeit erst wertvoll. Und wenn wir alt und müde sind, sehnen wir uns auch nach einem Abschied. Sterben kann eine Erleichterung sein, dass haben sicher schon einige von uns, von bereits verstorbenen Menschen gehört oder waren selbst der Meinung, dass es nun gut für diesen Menschen war, sterben zu können.

Loslassen kann so erleichternd sein. Diese Kunst zu beherrschen, gilt für viele Bereiche des Lebens.

Loslassen heißt das Akzeptieren der Vergänglichkeit, sich nicht zu wiedersetzen, wenn man sich von Dingen, Situationen oder Lebewesen trennen muss. Nicht leugnen, das Vergänglichkeit Teil des Lebens ist.

Eltern müssen sich von ihren Kindern trennen, wenn sie zu jungen Erwachsenen herangewachsen sind, jeder der Kinder hat, und sie hat gehen lassen müssen, weiß wovon ich spreche. Begegnungen und Trennungen sind Inhalt des Lebens. Durch die Trennung kommen auch immer wieder Begegnungen zustande, die dann wieder glücklich machen, dass es den/die anderen gibt.

Und der gewonnene Freiraum für Eltern und fürs Kind bringt so viele neue Möglichkeiten, Neues kennen zu lernen. Das geht aber nur, wenn man die Vergänglichkeit akzeptiert und ins Leben integriert, statt sich dagegen zu wehren. Das sind die Übergänge des Lebens. Nun ist wieder Zeit und Raum für Pläne, Fantasie und neues tun und gestalten.

Man muss sich dann nur auf den Weg machen und darf nicht den Fehler machen und in eine Starre zu verfallen. Fühle dich nicht hilflos, verkrieche dich nicht ins Schneckenhaus. Loslassen und neugierig werden, denn jedes Ende ist der Anfang alles Neuem. Sei neugierig – frag dich, was kommt jetzt? Sei nun neugierig und achtsam. Schau, was als nächstes passiert.

 

 


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